Nach einer weiteren Nacht unter einem klaren, gigantischen Sternenhimmel ging die Reise weiter in den Sueden des Landes. Dieser zeichnet sich vorallem durch seine Kargheit und Trockenheit aus. Kilometer um Kilometer faehrt man an nichts als Wueste vorbei, doch die Aussichten sind immer wieder genial. Auf halber Strecke konnten wir uns von der Hitze an einem Staudamm erholen und Hannes und ich sind kurzerhand ins Wasser gehuepft... ein Traum sag ich euch!
Noch n paar Kilometer weiter hatten wir es geschafft, Ankunft am Fish River Canyon. Zweit groesster Canyon der Welt mit einer Laenge von 160km, bis zu 27km breit und knappe 550m tief. Ich lasse die Bilder mal wieder fuer sich sprechen. Uebernachtet haben wir im Canyon im Ai-Ais Camp. Wieder mal komplett alleine, denn eigentlich ist das Camp nach einer Komplettrestaurierung noch gar nicht eroeffnet. Doch in Afrika ist eben nichts unmoeglich ;-) Ganz alleine waren wir doch nicht, denn bei Ankunft um 18 Uhr hatte es angenehme 41 Grad im Schatten, um 20 Uhr noch ca 35 Grad und morgens um 6 kuehle 25. Um 7.30 standen aber wieder die 35 mit steigender Tendenz zu Buche, ihr seht, die Hitze war immer unser BegleiterJWeiter ging es durch die Wuestenlandschaften des Suedens durch’s Orange River Tal. Ok, die Einfahrt ins Tal war durch ein Schild gesperrt (Road closed), aber wir hatten ja extra im Camp nachgefragt und die meinten wir koennten bedenkenlos durchfahren. Gesagt, getan hatten wir auch bald den vermeintlichen Grund fuer die Sperrung gefunden, Strassenarbeiten. Die waren aber auch kein Hindernis, also ging es weiter.... und weiter durch ein sehr gruenes Flusstal.... und ups, da fehlt eine Bruecke. Tja, nach knappen 100km hatten wir dann das wirkliche Hindernis erreicht, denn der Orange River hat hier leider die Auf- und Abfahrten einer Bruecke vernichtet und war anstatt normaler 3 Meter schlappe 30 Meter breit. Wir sind zwar mutig, aber nicht lebensmuede, also hiess es trotz 4x4 rumdrehen, zurueck zum Camp fahren und von dort auf ein Neues den langen Umweg fahren. So wurden aus geplanten 500km schlappe 760 an einem Tag.... autsch.
Ziemlich erschoepft kamen wir in Luederitz am Meer an. Bekannt als DIE Diamanten Stadt der Welt wurde Luederits zu Beginn des 20 Jarhunderts von deutschen Siedlern gegruendet. Der gesamte Kuestenstreifen suedlich der Stadt ist Sperrgebiet und gehoert der Diamantenfirma Namibias und auch heute werden hier reichlich Diamanten gefoerdert. Allerdings nicht mehr ganz so einfach, wie bei der Entdeckung, damals war es naemlich moeglich im Sitzen ueber 100 Karat an Diamanten in Reichweite der Arme zu sammeln. Ich sass an so vielen Stellen und hab gesucht, aber sorry Steffi, ich hab wirklich keinen gefunden J
Gleich hinter bzw. vor Luederitz ist Kolmannskuppe, ehemalige Graeberstadt und inzwischen eine Geisterstadt, die die Wueste such zurueckholt. Die meisten Gebaeude sind teilweise oder vollstaendig vom Sand gefuellt, aber man kann trotzdem sehr gut sehen, wie das Leben frueher mitten in der Wueste gewesen sein muss. Ausserdem haben wir von einer Fast-Zeitzeugin eine gute Fuehrung in bluetend reinem Deutsch bekommen. Tja, es hiess nicht um sonst Deutsch Suedwest Afrika frueher :-)
Am folgenden Tag ging die Reise weiter entlang der Namib nach Swakopmund, zweitgroesste Stadt Namibias und sicherlich groesste deutsche Stadt ausserhalb Deutschlands (ok, Palma vielleicht noch ;-) ) Hier haben es sich Hannes und ich nicht nehmen lassen in die Fluten des Atlantik zu springen. Der war sooo kalt, naemlich 15 Grad, aber wat mut dat mut. Der folge Tag begann mit einem kleinen Schock fuer mich, denn Herman, unser Guide fuer den Tag war etwas ueberrascht, als ich morgens anrief. Ich hatte naemlich alles fuer den Tag vorher gebucht.... ups. Dank der namibisches Gelassenheit und Flexibilitaet wurde aber einfach alles kurz umarrangiert und wir konnten unseren Tag wie geplant erleben. Der Vormittag wurde an Bord eines Catamarans in der Walvis Bay verbracht. Pelikane, Seals, Austern, doch leider keine Delphine waren mit von der Partie. Im Anschluss wurden wir dann von Herman und seinem Defender abgeholt und es ging ab in die Namibwueste. Nur Sand um uns rum, unglaublich steile Duenen hoch und runter und natuerlich das obligatorische Sandboarding. Das zweite mal, dass ich einen so genialen Tag erleben durfte und auch das Quadbiken am kommenden Morgen haben wir durchgezogen. Was ein Spass!!!
Zum Abschluss der drei Wochen goennten wir uns dann eine Uebernachtung in zwei netten Challets am Waterberg. Eine sehr weise Entscheidung, denn keine 30min nach unserer Ankunft ist die Apokalypse ueber uns reingebrochen. Gewitter Sturm und so viel Regen, dass selbst die paar Meter vom Auto zum Restaurant ausreiched waren um zu duschen. Die Aussicht am kommenden Morgen von der Kante des Plateaus lies jedoch nichts mehr vom Weltuntergang erahnen. Einfach genial!!!
Insgesammt sind wir in 15 Tagen schlappe 4763km durch vollkommen unterschiedliche Landschaften gefahren. Der Sueden trocken und karg, der Norden feucht und in sattem Gruen. Ein gebuehrender Abschied aus Afrika fuer mich und wenn’s in Deutschland mehr offroad Strecken gebe, ich wuerde mir sofort ein 4x4 kaufen J
Es gruesst euch mal wieder
Euer Ranger
1 Kommentar:
Heieiei, Simon. Ich glaube, ich drucke mir deinen Blog einfach aus, dann hab ich schonmal den Reiseführer für den nächsten Urlaub :-) ICh freu mich auf eine lustige nächste Woche!
Und nun muss ich aber nochmal an den Strand, wie soll man sich sonst bei 30 Grad abkühlen?
Bis Montag, guten Flug, Anke
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