Montag, 16. März 2009

Schluss, aus, Ende - mein Abschied!

Sodali, der Countdown laeuft, noch zwei Tage. Daher stand das letzte Wochenende auch voll im Zeichen des Farewell-Abschiednehmens. Es begann am Freitag damit, dass ich meine Kollegen aus dem Supply Chain Office zum Mittagessen eingeladen habe. Lecker Italienisch, damit auch alle was finden. Musst ja schwarz, weiss, indisch und Fastende unter einen Hut bringen. Also nochmal eine kleine intercultural Mission zum Ende des Auslandsjahres ;-)

Richtig eingestimmt ging es abends dann mit ein paar Freunden nochmal ordentlich auf die Gass’. Movida, inzwischen fast unser Stammclub, war die Location und es wurde ausgelassen bis in die fruehen Morgenstunden zu guter Musik gefeiert. So wie es sich eben gehoert.

Um gar nicht erst das Trauern zu beginnen wurde nach wenigen Stunden Schlaf dort weitergemacht, wo wir den Abend davor endeten, diesmal jedoch auch traditionell bei mir am Pool. Sogar Petrus hat seine Trauer ueber meinen Abschied zum Ausdruck gebracht und reichlich Traenen auf uns herabfallen lassen, doch puenktlich zu Beginn des Braai hatte er sich wieder einigermassen im Griff und es blieb trocken. Mein Vermieter Franz hatte zur Feier des Tages sogar sein spezielles Bierhaendl vorbereitet. Man nehme ein Huehnchen, ramme ihm Rosmarin und ne Bierdose in den Allerwertesten und gart das ganze ne Stunde in einem Kugelgrill.... hmmmmmm, sehr zart!!! Zu spaeterer Stunde hat dann auch noch Ronel in Vollmontur meinen Pool kennengelernt, Anja einen faelligen Wetteinsatz eingeloest und wie fast immer sind alle im kuehlen Nass gelandet.

Sonntag stand fuer mich dann nochmal abschliessendes Shoppen in der Sandton Mall auf dem Programm, man muss das Tax Back Verfahren ja auch ausnutzen;-) Hab nun also nochmal n neuen Anzug und weitere schoene Sachen und bin fuer Deutschland voll gewabnet.

Tja, das wird dann wohl auch erstmal mein letzter Eintrag aus Suedafrika gewesen sein. Was soll ich sagen... Schoen war’s! Ich glaube, wer einigermassen regelmaessig meine Berichte gelesen hat wird durchaus den Eindruck bekommen haben, dass ich hier unglaublich viele tolle Erfahrungen gemacht habe und eine tolle Zeit hatte. Dem kann ich eigentlich auch nichts mehr hinzufuegen. Die Erinnerungen und Bilder werden mir ewig bleiben.

Ich hoffe Ihr hatte alle ein bisschen Spass beim Lesen und Bilder ansehen und ich freu mich jetzt schon drauf dem ein oder anderen dann vielleicht auch persoenlich noch ne Geschichte erzaehlen zu koennen bzw. zu erfahren, was bei euch denn so alles passiert ist.

In diesem Sinne, nochmal liebe aus Johannesburg und bis bald in Deutschland hoffentlich.

Es gruesst euch,

der Ranger mit einer kleinen Traene im Auge


PS: Auch zum letzten Mal ein paar Bilder bei Picasa

Montag, 9. März 2009

Die letzte Reise in Afrika...

Jetzt war es soweit: Mein letzter Ausflug in Afrika ist gestern zu Ende gegangen:-( Tja, bitter aber wahr, in 11 Tagen geht mein Flieger ins kalte Deutschland. Um die letzten Wochenenden aber noch voll auszunutzen bin ich Heiko hinterher nach Kapstadt geflogen, denn eine Sache stand noch auf meiner To-do Liste als unerledigt. Eine Wanderung auf den Tafelberg! Samstag frueh haben wir uns also auf die Beine gemacht um dem Berg den Zahn zu ziehen. Die Fakten des Hikes: Einstieg in die Wand um 9.00 Uhr, zurueckgelegte Strecke 3km, Hoehenunterschied 750m. Also nichts langes aber ziemlich steil ging's zu! Gefuehlte 1000 Kehren, 100.000 "Stufen" und 300l Schweiss spaeter wurden wir um Punkt 10.40 vom genialen Ausblick ueber Kapstadt fuer die Strapazen belohnt. Ich kann also auch diesen Punkt von meiner Liste abhaken und habe Kapstadt nochmal bei klarstem Sonnenschein von oben gesehen. Zur Entspannung ging's mit der Cable Way wieder ins Tal und weiter zur Camps Bay an den Strand. Abends noch ein Fillet an der Waterfront und schon wieder ein Tag weniger in Afrika.

Sonntag wurden wir dann leider von einem Radrennen bei unserem Versuch das Kap zu erreichen ausgebremst, kurz vor Abflug haben wir es aber doch noch geschafft. Ein Glueck.


So, und jetzt bleibt nur noch das kommende Wochenende mit meinem Abschiedsbraai...*schnief*

Da wird aber nochmal ordentlich gerockt:-)

14 Tage 4x4 durch Deutsch Suedwest

Also, wie versprochen mein Bericht ueber 14 Tage mit nem 4x4 durch deutsch Suedwest. Angefangen hat alles mal wieder mit einem Besuch des O.R Tambo International, seines Zeichens Flughafen Johannesburgs und inzwischen schon fast gar meine zweite Heimat. Bruder abholen stand auf dem Programm, denn meine letzten Stunden und Tage will ich natuerlich mit Blutsverwandschaft teilen. Ueberraschend schnell und puenktlich kam er mir also am Freitag abend entgegengestapft. Kurz nach Hause, nochmal 5 Stunden Schlaf mitgenommen ging es am Samstag zu unmenschlicher Zeit los Nadine und Hannes einzusammeln um unseren Flug nach Windhoek zu erreichen. Leider, dummer Weise, ich koennte mich selber in den Allerwertesten treten, hatte ich am Vorabend nicht nachgeschaut, ob unser Flug denn auch puenktlich gehen wuerde, so wurden wir unvorbereitet von der Anzeige erwischt, dass statt um 7 Uhr erst um 12 Uhr Abflug sei. *Ufff* Um die unverhofften 5 Extrastunden auch sinvoll zu nutzen hatten wir uns entschieden trotzdem gleich einzuchecken und den Vormittag in einer nahegelegenen Mall zu verbringen.

Um 12 Uhr ging dann aber wirklich die Reise los und kurze zwei Stunden spaeter sind wir in Windhoek gelandet. Unseren 4x4 Mietwagen mit zwei Dachzelten konnten wir auch gleich uebernehmen und los ging die Fahrt. Den ersten Tag in Windhoek haben wir eigentlich nur mit einkaufen und einer Stadtbesichtigung verbracht, viel Zeit war ja nicht mehr. Sonntag ging es dann aber richtig los. Ziel war das ca. 600km entfernte Keetmanshoop, bekannt fuer seine Kookerbooms. Auf dem Weg dort hin konnten wir bereits die ersten offroad Erfahrungen machen, denn die von uns gewaehlte „Strasse“, „Weg“ oder besser Pfad war groesstenteils durch den Regen aufgeweicht bis weggespuelt und die Durchquerung zweier Flussbetten hat ihr uebriges zum Spass beigetragen. Am Ende des Tages war dann eindeutig bewiesen, dass der Allrad fehlerfrei funktioniert und auch gebraucht wird und puenktlich zum Sonnenuntergang sind wir an unserem vollkommen verlassenen Campingplatz mit Outdoordusche und Klo angekommen. Genau so hatte ich mir Namibia erhofft und vorgestellt, tagsueber Spass am Fahren, Natur, Tierwelt und abends mitten im Nirgendwo Campen.

Nach einer weiteren Nacht unter einem klaren, gigantischen Sternenhimmel ging die Reise weiter in den Sueden des Landes. Dieser zeichnet sich vorallem durch seine Kargheit und Trockenheit aus. Kilometer um Kilometer faehrt man an nichts als Wueste vorbei, doch die Aussichten sind immer wieder genial. Auf halber Strecke konnten wir uns von der Hitze an einem Staudamm erholen und Hannes und ich sind kurzerhand ins Wasser gehuepft... ein Traum sag ich euch!
Noch n paar Kilometer weiter hatten wir es geschafft, Ankunft am Fish River Canyon. Zweit groesster Canyon der Welt mit einer Laenge von 160km, bis zu 27km breit und knappe 550m tief. Ich lasse die Bilder mal wieder fuer sich sprechen. Uebernachtet haben wir im Canyon im Ai-Ais Camp. Wieder mal komplett alleine, denn eigentlich ist das Camp nach einer Komplettrestaurierung noch gar nicht eroeffnet. Doch in Afrika ist eben nichts unmoeglich ;-) Ganz alleine waren wir doch nicht, denn bei Ankunft um 18 Uhr hatte es angenehme 41 Grad im Schatten, um 20 Uhr noch ca 35 Grad und morgens um 6 kuehle 25. Um 7.30 standen aber wieder die 35 mit steigender Tendenz zu Buche, ihr seht, die Hitze war immer unser BegleiterJ

Weiter ging es durch die Wuestenlandschaften des Suedens durch’s Orange River Tal. Ok, die Einfahrt ins Tal war durch ein Schild gesperrt (Road closed), aber wir hatten ja extra im Camp nachgefragt und die meinten wir koennten bedenkenlos durchfahren. Gesagt, getan hatten wir auch bald den vermeintlichen Grund fuer die Sperrung gefunden, Strassenarbeiten. Die waren aber auch kein Hindernis, also ging es weiter.... und weiter durch ein sehr gruenes Flusstal.... und ups, da fehlt eine Bruecke. Tja, nach knappen 100km hatten wir dann das wirkliche Hindernis erreicht, denn der Orange River hat hier leider die Auf- und Abfahrten einer Bruecke vernichtet und war anstatt normaler 3 Meter schlappe 30 Meter breit. Wir sind zwar mutig, aber nicht lebensmuede, also hiess es trotz 4x4 rumdrehen, zurueck zum Camp fahren und von dort auf ein Neues den langen Umweg fahren. So wurden aus geplanten 500km schlappe 760 an einem Tag.... autsch.

Ziemlich erschoepft kamen wir in Luederitz am Meer an. Bekannt als DIE Diamanten Stadt der Welt wurde Luederits zu Beginn des 20 Jarhunderts von deutschen Siedlern gegruendet. Der gesamte Kuestenstreifen suedlich der Stadt ist Sperrgebiet und gehoert der Diamantenfirma Namibias und auch heute werden hier reichlich Diamanten gefoerdert. Allerdings nicht mehr ganz so einfach, wie bei der Entdeckung, damals war es naemlich moeglich im Sitzen ueber 100 Karat an Diamanten in Reichweite der Arme zu sammeln. Ich sass an so vielen Stellen und hab gesucht, aber sorry Steffi, ich hab wirklich keinen gefunden J
Gleich hinter bzw. vor Luederitz ist Kolmannskuppe, ehemalige Graeberstadt und inzwischen eine Geisterstadt, die die Wueste such zurueckholt. Die meisten Gebaeude sind teilweise oder vollstaendig vom Sand gefuellt, aber man kann trotzdem sehr gut sehen, wie das Leben frueher mitten in der Wueste gewesen sein muss. Ausserdem haben wir von einer Fast-Zeitzeugin eine gute Fuehrung in bluetend reinem Deutsch bekommen. Tja, es hiess nicht um sonst Deutsch Suedwest Afrika frueher :-)

Nach einer weiteren Uebernachtung mitten im Nirgendwo auf einer Farm sind wir in Sessriem / Sossousvlei, Tor zur Namibwueste, angekommen. Beides weltbekannt fuer die Duenen und die Sonnenuntergaenge ueber diesen. Gleich nach Ankunft haben wir uns also auf die 65km lange Strecke in den Nationalpark gemacht um grad noch rechtzeitig vor dem Untergang an Duene 45 anzukommen. Die Besteigung dieser hat sich als wahrlich anstrengend erwiesen, man stelle sich vor: 1 Schritt vor und der Sand rutsch wieder mindestens einen halben Schritt zurueck! Daher gab es auf halber Strcke auch herbe Verluste in der Reisegruppe und nur Hannes und ich haben es bis zum Gipfel geschafft. Immerhin schlappe 170m hoch! Wurden jedoch sogleich mit einem fasinierenden Farbenspiel des roten Sandes und der Sonne belohnt. Nach einer Flatterviehreichen Nacht ging es am kommenden Tag die ganze Strecke bis zum Ende der Strasse nach Sossousvlei. Hier schliesst sich der Halbkreis aus Duenen und Sand und man ist komplett davon umgeben. Vier Deutsche kamen sogleich auf die wunderbar, hochintelligente Idee um Punkt 12 die Besteigung einer weiteren Duene in Angriff zu nehmen..... in Flip-Flops! Not good! Denn wie man aus Erfahrung wissen erhitzt Sonneneinstrahlung den Untergrund.... auf schlappe, geschaetze 50 Grad. Ich konnte wenigstens die ganze Zeit meine Flip-Flops als Minimalschutz anbehalten, da ich den Grad entlanggewandert bin. Die anderen wollten quer einsteigen, ein paar Meter sparen und haben es mit ziemlich verbrannten Fuessen bezahlt. Merke: Erklimme niemals mittags eine Duene ohne gescheites Schuhwerk. Der Ausblick von oben hat sich aber trotzdem mehr als gelohnt, wie die Bilder vielleicht zeigen.

Am folgenden Tag ging die Reise weiter entlang der Namib nach Swakopmund, zweitgroesste Stadt Namibias und sicherlich groesste deutsche Stadt ausserhalb Deutschlands (ok, Palma vielleicht noch ;-) ) Hier haben es sich Hannes und ich nicht nehmen lassen in die Fluten des Atlantik zu springen. Der war sooo kalt, naemlich 15 Grad, aber wat mut dat mut. Der folge Tag begann mit einem kleinen Schock fuer mich, denn Herman, unser Guide fuer den Tag war etwas ueberrascht, als ich morgens anrief. Ich hatte naemlich alles fuer den Tag vorher gebucht.... ups. Dank der namibisches Gelassenheit und Flexibilitaet wurde aber einfach alles kurz umarrangiert und wir konnten unseren Tag wie geplant erleben. Der Vormittag wurde an Bord eines Catamarans in der Walvis Bay verbracht. Pelikane, Seals, Austern, doch leider keine Delphine waren mit von der Partie. Im Anschluss wurden wir dann von Herman und seinem Defender abgeholt und es ging ab in die Namibwueste. Nur Sand um uns rum, unglaublich steile Duenen hoch und runter und natuerlich das obligatorische Sandboarding. Das zweite mal, dass ich einen so genialen Tag erleben durfte und auch das Quadbiken am kommenden Morgen haben wir durchgezogen. Was ein Spass!!!

Nach so viel Action ging es fuer die zweite Woche hoch in den Norden des Landes. Zwei Naechte haben wir in der Region Damaraland verbracht und auch hier durften wir uns mehrmals am Tag durch Flussbetten und weggewaschene Strassen kaempfen. Ende dieser Fahrt war das Gate zum Etosha Nationalpark. Hier hatten wir eigentlich darauf gehofft viel Game zu Gesicht zu bekommen, wurden aber ziemlich enttaeuscht. Durch die starken Regenfaelle in den vergangenen Wochen sind die Tiere nicht gezwungen die vorhandenen Wasserloecher aufzusuchen, sondern koennen ueberall im Park trinken. Nur im Norden bekamen wir Zebras, Gnu’s, Springbocks, Giraffen und ganz zum Schluss noch drei Elefanten zu sehen. Im Vergleich zu meinen anderen Erfahrungen aber eine enttaeuschende Ausbeute. Nichtsdestotrotz noch ein schoener Park in Afrika.

Zum Abschluss der drei Wochen goennten wir uns dann eine Uebernachtung in zwei netten Challets am Waterberg. Eine sehr weise Entscheidung, denn keine 30min nach unserer Ankunft ist die Apokalypse ueber uns reingebrochen. Gewitter Sturm und so viel Regen, dass selbst die paar Meter vom Auto zum Restaurant ausreiched waren um zu duschen. Die Aussicht am kommenden Morgen von der Kante des Plateaus lies jedoch nichts mehr vom Weltuntergang erahnen. Einfach genial!!!

Insgesammt sind wir in 15 Tagen schlappe 4763km durch vollkommen unterschiedliche Landschaften gefahren. Der Sueden trocken und karg, der Norden feucht und in sattem Gruen. Ein gebuehrender Abschied aus Afrika fuer mich und wenn’s in Deutschland mehr offroad Strecken gebe, ich wuerde mir sofort ein 4x4 kaufen J

Es gruesst euch mal wieder
Euer Ranger

Dienstag, 3. März 2009

14 Tage 4x4 durch Deutsch Sued-West

Tach auch. Nun ist auch der letzte Urlaub in Afrika zu Ende... schnief. Es ist faszinierend, wie unterschiedlich die Laender und Landschaften im suedlichen Afrika sind und ich habe mich wirklich in diesen Kontinent verliebt.

Einen ausfuehrlichen Bericht ueber die Reise durch Namibia werde ich hoffentlich noch geschrieben bekommen, Bilder habe ich jedenfalls schonmal hochgeladen. Wer also einen Eindruck bekommen moechte einfach reinschauen.

Achja, meine Bewerbungsreise nach Deutschland wurde auch von Erfolg gekroent und ich schaffe ab April im Frankenland in Nuernberg.

Viel Spass mit den Bildern und ich versuche mich mit dem Bericht zu beeilen.

Gruessle ausm Busch
Euer Ranger

Mittwoch, 14. Januar 2009

Overlanding East Africa

Jambooooo…

Tja, liebe Blogleser, nachdem wir ins neue Jahr geschlittert sind wuensche ich allen erstmal alles Gute, Gesundheit und natuerlich, dass eure Vorsaetze und Wuensche auch in Erfuellung gehen!

Ausserdem ist’s natuerlich an der Zeit einen kurzen Bericht ueber meine letzten zwei Wochen in Kenia und Tanzania abzuliefern, Anfragen gab es ja schon zu hauf. Die Route hatte ich am 16. ja noch online gestellt womit eigentlich alle wissen muessten, wo ich unterwegs war.

Am Freitag den 19. ging es fuer mich nach nochmal 3 Stunden arbeiten los. Schnell von einem Kollegen zum Flughafen bringen lassen, routiniert eingechecked und drei einhalb Stunden spaeter war ich schon in Nairobi, Hauptstadt Kenias. Da ich mich nicht unnoetig mit Taxifahrern ueber Preise in die Stadt rumschlagen wollte hab ich mich grad vom Backpacker abholen lassen und war weitere 2 Stunden spaeter auch am ersten Etappenziel. Wieso zwei Stunden? Weil der Feierabendverkehr in Nairobi noch schlimmer ist als in Johannesburg, wer haette gedacht, dass das ueberhaupt moeglich ist?

Nach einer entspannten Nacht ging’s am kommenden Morgen erst richtig los, denn ich habe endlich meine Reisegruppe sowie den Truck fuer die kommenden zwei Wochen kennengelernt. Eine sehr gemischte Truppe, vier Honeymoons, zwei weitere Paerchen, 15 zu 6 Maedels – Jungs, oder USA, Canada, Nordirland, Schottland, England, Polen, Spanien, Australien und natuerlich ein Deutscher. Nach einer kurzen Einfuehrung durch Martin (Guide), Noah (Koch) und Patrick (Fahrer) ging es los in Richtung erster Uebernachtung im Amboseli Nationalpark. Nach wenigen Minuten Fahrt war mir auch klar, wieso der Teil der Truppe, der schon eine Woche hinter sich hatte, im vorderen Teil des Trucks sass... rumszackbums-schuettel-ruettel... Ostafrikanische Strassen sind nicht gerade eben gebaut und wer schonmal in einem Bus hinter der hinteren Achse sass weiss, wie hoch man aus einem Sitz fliegen kann, wenn das Schlagloch nur gross genug ist. Daher Zaehne zusammenbeissen, gut festhalten und einfach ignorieren. Es gab ja auch mehr als genug mit den anderen Reisenden zu bequatschen. 6 Stunden Dauerpalaver spaeter waren wir auch schon am Amboseli Nationalpark im Sueden Kenias. Bekannt ist dieser Park vorallem fuer seine gigantische Aussicht auf den Kilimanjaro, hoechtser Berg Afrikas mit knapp unter 6000m und immer noch schneebedeckt. Waehrend des Game drives zu unserem Campingplatz konnte man die Spitze auch erahnen, doch die einzigen Wolken im ganzen Umkreis hatten sich natuerlich um die Kuppe versammelt. Mussten also auf Wetterbesserung hoffen und haben uns stattdessen auf das Wild um uns herum konzentriert. Elefanten, Hyaenen, Zebras, Hippos etc, das Uebliche eben;-) Eventually, sind wir dann aber doch am Campground angekommen, der nicht um sonst „dusty place“ genannt wird. Es handelte sich naemlich nur um einen mehr oder weniger eingezaeunten Bereich mitten im Park ohne Duschen, Toiletten oder Strom. Hoechst interessant war auch die Art und Weise, wie in den kommenden zwei Wochen fuer uns gekocht werden wuerde und Noah hat aus wenig wirklich ein super Essen gezaubert!!! Das hat sich die kommenden zwei Wochen uebrigens auch nicht geaendert. Aufgeputscht von den ganzen Erlebnissen des Tages bin ich nicht wirklich muede geworden und lag irgendwann alleine an der Glut des Lagerfeuers und habe den wie immer einmaligen Sternenhimmel Afrikas bewundert. Bei den ganzen Sternenschnuppen bin ich inzwischen fast wunschlos gluecklich! :-)

Nach einer eher kurze Nacht wurden wir am kommenden Morgen um 5:30 Uhr aufgeweckt, denn es stand fuer den neuen Teil der Truppe ein Besuch bei den Massai an und fuer die alte Truppe game spotting. Also wie auch die kommenden zwei Wochen Sachen gepackt, Zelt abgebaut und ab zum Fruestueck. Kurz drauf waren wir auch schon wieder unterwegs und beim Massaidorf angekommen. Begruesst wurden wir vom Dorfsprecher und seinem Bruder, der fuer die Geldverwaltung zustaendig war, denn selbst im abgelegensten Fleckchen Afrikas gibt’s nix um sonst. Nach einer kurzen Einfuehrung in die Traditionen und Lebensweise der Massai ging es ins Innere des Dorfes, wo schon die Beohner auf uns warteten um einen typischen Begruessungstanz aufzufuehren. Dieser ist ziemlich einfach, alle stehen in einer Reihe, singen und einer nach dem anderen geht einen Schritt vor, huepft so hoch er kann und stampft hart auf... die tiefere Bedeutung ist mir jedoch leider verschlossen geblieben. Und am hoechsten Gesprungen bin ich leider auch net :-( Insgesammt war es sehr interessant die Lebensweise kennenzulernen, also dass nachts alle Tiere im inneren des Dorfes zum Schutz vor Raubtieren gehalten werden und ein grosser Teil des Dorfes gar nicht anwesend ist, sondern ueber weite Strecken mit dem Vieh zieht um die besten Weiden und Wasser zu finden. Auch das Innere der Huetten, die uebrigens aus Kuhschei... gebaut sind, war interessant. Achja, ein Massaimann kann so viele Frauen haben, wie er will!

Nachdem einige meiner Mitreisenden noch in die Bitte-kauft-doch-unseren-handgemachten-Schmuck-fuer-den-tausendfachen-Preis-Falle getapt sind ging’s als komplette Truppe mit dem Truck weiter auf Game drive. Und diesmal hat Mt. Kili zumindest sein Haupt erblicken lassen! Schon beindruckend! Der Rest des Tages wurde dann mit der Grenzueberschreitung nach Tanzania und der Fahrt nach Arusha verbracht. Arusha ist Ausgangspunkt der meisten Safaris in die Serengeti und den Ngorongorokrater, ansonsten aber ein eher unscheinbares Staedchen. Wenigstens unser Campingplatz hatte ne nette Bar und so konnte der Abend mit Moskitoabweisenden Getraenken und Billiard verbracht werden.

So, den erste Abschnitt habe ich schon vor Tagen geschrieben, komme aber nicht wirklich weiter, deswegen fasse ich mich jetzt kurz.

Am kommenden Morgen gings in kleineren Safari Landcruisern am Rand des Kraters (gigantischer Ausblick) entlang bis in die Serengeti. Die Bedeutung von Serengeti (endless plains) trifft vollkommen zu. Die Steppen sind teilweise bis zum Horizont ohne einen Baum und unglaublich viele Tiere grasen dort. Leider waren wir nicht zur Migrationzeit vor Ort, dann leben hier bis zu 3 Millionen Wildebeest und Zebras! Die Highlight des Game drives zu unserem Camp ground waren ein Loewe gleich zu Beginn, 4 Geparden, Hyaenen und eine Loewin, die es sich nicht hat nehmen lassen einen Baum zu besteigen und es sich direkt ueber unseren Koepfen bequem zu machen. Da waren keine 5 Meter mehr dazwischen! Einfach toll, vorallem in Kombination mit einem afrikanischen Sonnenuntergang im Hintergrung. Unser campground, keinen Kilometer von der Loewin entfernt, war eigentlich nur eine freie Flaeche im Park, ohne Zaun aussenrum, aber dafuer mit Regenwassergespeisten Duschen und Toiletten. Sehr basic, aber wildlife pur! Um kurz nach 9 hiess es dann auch Bedruhe und wir sollten die Zelte nicht mehr oeffnen bis zum kommenden Morgen. Man weiss ja nie, wer oder was sich ins Camp verirrtJ Die Geraeuschkulise danach kann ich nicht in Worte fassen, einfach Afrika.
Wenige Stunden spaeter, das fruehe Aufstehen ist man inzwischen fast gewoehnt, ging’s auf zum Morning drive. Auch hier wieder die Highlights kurz aufgezaehlt. Morgentliche Stimmung, Loewenfamilie auf einem grossen Fels und das Highlight schlecht hin!!! Wir haben eine Gepardin mit ihren vier Halbstarken live bei der Jagd erlebt. Erst hat sie unsere Autos als Dekung verwendet und ist kurz danach in vollem Sprint auf die „wartenden“ Gazellen los und hat sich eine geschnappt. Sowas kennt man eigentlich nur ausm TV und wir waren live dabei. Selbst unser Guide meinte, dass er sowas noch nicht miterlebt habe! Genial und so schnell, die Geparden! Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich sicherlich an die 30 Autos versammelt und im Moment in dem die Gazelle am Boden war sind ploetzlich alle losgerast um moeglichst nahe an den Kill zu kommen. Dort konnten wir dann aus nichtmal 5 Meter bestaunen, wie erst die vier Jungen und danach die Mutter fachmaennisch die Gazelle in alle Bestandteile zerlegt haben. So macht das ein Metzger also!

Den Rest des Tages haben wir mit dem Abbauen unserer Zelte und der Rueckfahrt zum Krater verbracht, denn der kommende Tag war dem Ngorongorokrater gewidmet. Gecampt haben wir in dieser Nacht am Rand des Kraters mit Blick in die 600m tieferliegende Ebene. Der Krater entstand vor einigen tausend Jahren durch eine Explosion des hier stehenden Vulkans. Forscher behaupten, dass dieser Volkan ursprueglich hoeher war, als Kili jetzt, also ueber 6000m. Der heutige Kraterrand liegt immer noch auf 3000m! Auch dieser campground war nicht umzaeunt, was uns am kommenden Tag den Besuch eines Elefanten beschert hat ;-) Wir hatten mit unseren Guids ausgemacht, dass wir die ersten im Krater sein wollen, ergo hiess es mal wieder nach einer ziemlich kalten Nacht um 4.30 Uhr aufstehen, damit es um punkt 5.15 losgehen kann. Und tatsaechlich waren wir das zweite Auto, dass die sehr abenteuerliche Piste in Angriff genommen hat. Im Krater angekommen war erstmal nicht viel zu sehen, denn 25km in der Laenge und aehnliche Breite geben den Tierchen ziemlich viel Platz sich zu verstecken. Doch mit steigender Sonne konnten wir die grossen Herden an Gnu’s und Elefanten gut erkennen und wurden durch die anderen Autos regelmaessig zu Loewen etc. gelotst. So haben wir einen jungen Loewen beim fressen beobachtet, eine Loewenmutter, die fast vor unseren Augen ein Gnubaby erlegt haette. Doch leider hat das Gnu Sekunden vor dem Angriff etwas gerochen. Trotzdem, was eine Spannung, wenn man sieht, wie sich die Loewin anschleicht und die Augen nicht eine Sekunde von ihrer Beute laesst. Achja, und natuerlich das Rudel, dass in der Nacht einen Bueffel erlegt hatte, 2-3 Monate junge Babies dabei hatte und sich die Safariautos als Schattenspender zum Verdauungsschlaf aussuchte. Wieder ein faszinierender Tag in der Wildniss Afrikas!

Wer mitgezaehlt hatte muesste bemerkt haben, dass heute der 24.12. ist! Nach unserer Rueckkehr nach Arusha wurde Heilig Abend also festlich und exzessiv in der Bar mit sehr vielen Einheimischen gefeiert. Weihnachten mal ganz anders als zuhause, aber auch lustig! Der 1. und 2. Weihnachtsfeiertag ist relativ schnell erzaehlt, da wir fast ausschliesslich auf der Strasse nach Dar es Salam unterwegs waren und mitten im Nichts uebernachteten. Dafuer wurden wir aber mit zwei extra Naechten auf Zanzibar belohnt, die so im Reiseplan eigentlich gar nicht vorgesehen waren. Am 26. ging es daher mit der Faehre rueber nach Zanzibar, auch bekannt als Spice Island (Gewuerzinsel). Dort haben wir die ersten beiden Tage im Norden am Strand verbracht. Faul rumliegen, Tauchen, Essen, Strandspaziergang, etc. Eben alles was man so an karibischen Straenden machtJ Nur eines hatte sich zum Festland dramatisch geaendert, das Klima! War es in Ausha noch warm bis heiss, aber trocken. Spaetestens ab Dar es Salam war es kaum mehr auszuhalten. 30 – 35 Grad und 70-80% Luftfeuchtigkeit machen selbst die kleinste Bewegung zur sportlichen Hoechstleistung und jeder ach so kleinste Ventilator wird dankend angenommen, besonders nachts!

Viel zu schnell war die reine Strandzeit wieder vorbei uns wir sind zurueck nach Stone Town, der Hauptstadt Zanzibars gefahren. Fuer alle, die sich wundern wieso „Hauptstadt“. Tanzania heisst erst seit 1964 so und setzt sich zusammen ausTANgjanika (das Festland), ZANzibar (die Inseln) und AzanIA (arabische Bezeichnung fuer die Region). Diese Stadt ist gepraegt durch portugisische und arabische Einfluesse und besteht aus einem massiven Wir-war aus kleinen Gassen und Straesschen, die die gesamte Altstadt durchziehen. Von hier aus haben wir zum einen natuerlich die Stadt und die Restaurants mit ihren Fischspezialitaeten erkundet, zum anderen aber auch drei Ausfluege gemacht. Eine obligatorische Spicetour zum Erkunden der im Inland gelegenen Plantagen durfte nicht fehlen. Wer weiss schon, was Zimt wirklich ist (Die Rinde des Zimtbaumes) oder wie viele andere Gewuerze im Original aussehen? Sehr interessant. Im Anschluss sind ein paar Leute nach Prison Island geschippert, um zu schnorcheln und die gigantischen Schildkroeten zu besuchen. Und am kommenden Tag ging es noch zum Schwimmen mit Delfinen sowie dem Besuch des Regen- und Mangovenwaldes an die Suedspitze der Insel.

Leider gingen die knapp 5 Tage viel zu schnell zu Ende und so spaltete sich die Gruppe am 31. auf in die, die noch laenger auf Zanzibar blieben und uns, die den normalen Verlauf zurueck nach Nairobi mit dem Truck machten. Ich habe also folglich Sylvester nicht auf Zanzibar verbracht, dafuer aber an einem Strand noerdlich von Dar mit knapp 30 Grad warmen Wasser. Wer von euch war nachts um ) Uhr denn schonmal schwimmen? :-)

Die letzten beiden Tage verbrachten wir dann ausschliesslich auf der Strasse. Neujahr knappe 700 km bzw. 12 Stunden nach Arusha und am 2. weitere 7 Stunden bzw. 350km zurueck nach Nairobi. Wenigstens hat sich auf dem letzten Abschnitt Mt. Kili nochmal ohne eine Wolke gezeigt!

Was ein Urlaub. Auch hier kann ich nur empfehlen diese, oder eine aehnliche Tour selber zu machen. Man lernt viele Leute kennen, ist relativ preiswert unterwegs und bekommt Ostafrika pur zu sehen. Der groesste Unterschied zu Suedafrika ist eigentlich, dass keiner der Nationalparks umzaeunt ist. D.h. dass die Tiere frei wandern koennen und man auch ausserhalb der Parks ploetzlich auf Giraffen, Elefanten oder ander Tiere stoest. Das gibt einem noch mehr das Gefuehl, dass man wirklich in mitten Afrikas ist.

Gruesse aus Afrika
Euer Ranger


PS: Bilder wie immer im Onlinealbum