Mittwoch, 14. Januar 2009

Overlanding East Africa

Jambooooo…

Tja, liebe Blogleser, nachdem wir ins neue Jahr geschlittert sind wuensche ich allen erstmal alles Gute, Gesundheit und natuerlich, dass eure Vorsaetze und Wuensche auch in Erfuellung gehen!

Ausserdem ist’s natuerlich an der Zeit einen kurzen Bericht ueber meine letzten zwei Wochen in Kenia und Tanzania abzuliefern, Anfragen gab es ja schon zu hauf. Die Route hatte ich am 16. ja noch online gestellt womit eigentlich alle wissen muessten, wo ich unterwegs war.

Am Freitag den 19. ging es fuer mich nach nochmal 3 Stunden arbeiten los. Schnell von einem Kollegen zum Flughafen bringen lassen, routiniert eingechecked und drei einhalb Stunden spaeter war ich schon in Nairobi, Hauptstadt Kenias. Da ich mich nicht unnoetig mit Taxifahrern ueber Preise in die Stadt rumschlagen wollte hab ich mich grad vom Backpacker abholen lassen und war weitere 2 Stunden spaeter auch am ersten Etappenziel. Wieso zwei Stunden? Weil der Feierabendverkehr in Nairobi noch schlimmer ist als in Johannesburg, wer haette gedacht, dass das ueberhaupt moeglich ist?

Nach einer entspannten Nacht ging’s am kommenden Morgen erst richtig los, denn ich habe endlich meine Reisegruppe sowie den Truck fuer die kommenden zwei Wochen kennengelernt. Eine sehr gemischte Truppe, vier Honeymoons, zwei weitere Paerchen, 15 zu 6 Maedels – Jungs, oder USA, Canada, Nordirland, Schottland, England, Polen, Spanien, Australien und natuerlich ein Deutscher. Nach einer kurzen Einfuehrung durch Martin (Guide), Noah (Koch) und Patrick (Fahrer) ging es los in Richtung erster Uebernachtung im Amboseli Nationalpark. Nach wenigen Minuten Fahrt war mir auch klar, wieso der Teil der Truppe, der schon eine Woche hinter sich hatte, im vorderen Teil des Trucks sass... rumszackbums-schuettel-ruettel... Ostafrikanische Strassen sind nicht gerade eben gebaut und wer schonmal in einem Bus hinter der hinteren Achse sass weiss, wie hoch man aus einem Sitz fliegen kann, wenn das Schlagloch nur gross genug ist. Daher Zaehne zusammenbeissen, gut festhalten und einfach ignorieren. Es gab ja auch mehr als genug mit den anderen Reisenden zu bequatschen. 6 Stunden Dauerpalaver spaeter waren wir auch schon am Amboseli Nationalpark im Sueden Kenias. Bekannt ist dieser Park vorallem fuer seine gigantische Aussicht auf den Kilimanjaro, hoechtser Berg Afrikas mit knapp unter 6000m und immer noch schneebedeckt. Waehrend des Game drives zu unserem Campingplatz konnte man die Spitze auch erahnen, doch die einzigen Wolken im ganzen Umkreis hatten sich natuerlich um die Kuppe versammelt. Mussten also auf Wetterbesserung hoffen und haben uns stattdessen auf das Wild um uns herum konzentriert. Elefanten, Hyaenen, Zebras, Hippos etc, das Uebliche eben;-) Eventually, sind wir dann aber doch am Campground angekommen, der nicht um sonst „dusty place“ genannt wird. Es handelte sich naemlich nur um einen mehr oder weniger eingezaeunten Bereich mitten im Park ohne Duschen, Toiletten oder Strom. Hoechst interessant war auch die Art und Weise, wie in den kommenden zwei Wochen fuer uns gekocht werden wuerde und Noah hat aus wenig wirklich ein super Essen gezaubert!!! Das hat sich die kommenden zwei Wochen uebrigens auch nicht geaendert. Aufgeputscht von den ganzen Erlebnissen des Tages bin ich nicht wirklich muede geworden und lag irgendwann alleine an der Glut des Lagerfeuers und habe den wie immer einmaligen Sternenhimmel Afrikas bewundert. Bei den ganzen Sternenschnuppen bin ich inzwischen fast wunschlos gluecklich! :-)

Nach einer eher kurze Nacht wurden wir am kommenden Morgen um 5:30 Uhr aufgeweckt, denn es stand fuer den neuen Teil der Truppe ein Besuch bei den Massai an und fuer die alte Truppe game spotting. Also wie auch die kommenden zwei Wochen Sachen gepackt, Zelt abgebaut und ab zum Fruestueck. Kurz drauf waren wir auch schon wieder unterwegs und beim Massaidorf angekommen. Begruesst wurden wir vom Dorfsprecher und seinem Bruder, der fuer die Geldverwaltung zustaendig war, denn selbst im abgelegensten Fleckchen Afrikas gibt’s nix um sonst. Nach einer kurzen Einfuehrung in die Traditionen und Lebensweise der Massai ging es ins Innere des Dorfes, wo schon die Beohner auf uns warteten um einen typischen Begruessungstanz aufzufuehren. Dieser ist ziemlich einfach, alle stehen in einer Reihe, singen und einer nach dem anderen geht einen Schritt vor, huepft so hoch er kann und stampft hart auf... die tiefere Bedeutung ist mir jedoch leider verschlossen geblieben. Und am hoechsten Gesprungen bin ich leider auch net :-( Insgesammt war es sehr interessant die Lebensweise kennenzulernen, also dass nachts alle Tiere im inneren des Dorfes zum Schutz vor Raubtieren gehalten werden und ein grosser Teil des Dorfes gar nicht anwesend ist, sondern ueber weite Strecken mit dem Vieh zieht um die besten Weiden und Wasser zu finden. Auch das Innere der Huetten, die uebrigens aus Kuhschei... gebaut sind, war interessant. Achja, ein Massaimann kann so viele Frauen haben, wie er will!

Nachdem einige meiner Mitreisenden noch in die Bitte-kauft-doch-unseren-handgemachten-Schmuck-fuer-den-tausendfachen-Preis-Falle getapt sind ging’s als komplette Truppe mit dem Truck weiter auf Game drive. Und diesmal hat Mt. Kili zumindest sein Haupt erblicken lassen! Schon beindruckend! Der Rest des Tages wurde dann mit der Grenzueberschreitung nach Tanzania und der Fahrt nach Arusha verbracht. Arusha ist Ausgangspunkt der meisten Safaris in die Serengeti und den Ngorongorokrater, ansonsten aber ein eher unscheinbares Staedchen. Wenigstens unser Campingplatz hatte ne nette Bar und so konnte der Abend mit Moskitoabweisenden Getraenken und Billiard verbracht werden.

So, den erste Abschnitt habe ich schon vor Tagen geschrieben, komme aber nicht wirklich weiter, deswegen fasse ich mich jetzt kurz.

Am kommenden Morgen gings in kleineren Safari Landcruisern am Rand des Kraters (gigantischer Ausblick) entlang bis in die Serengeti. Die Bedeutung von Serengeti (endless plains) trifft vollkommen zu. Die Steppen sind teilweise bis zum Horizont ohne einen Baum und unglaublich viele Tiere grasen dort. Leider waren wir nicht zur Migrationzeit vor Ort, dann leben hier bis zu 3 Millionen Wildebeest und Zebras! Die Highlight des Game drives zu unserem Camp ground waren ein Loewe gleich zu Beginn, 4 Geparden, Hyaenen und eine Loewin, die es sich nicht hat nehmen lassen einen Baum zu besteigen und es sich direkt ueber unseren Koepfen bequem zu machen. Da waren keine 5 Meter mehr dazwischen! Einfach toll, vorallem in Kombination mit einem afrikanischen Sonnenuntergang im Hintergrung. Unser campground, keinen Kilometer von der Loewin entfernt, war eigentlich nur eine freie Flaeche im Park, ohne Zaun aussenrum, aber dafuer mit Regenwassergespeisten Duschen und Toiletten. Sehr basic, aber wildlife pur! Um kurz nach 9 hiess es dann auch Bedruhe und wir sollten die Zelte nicht mehr oeffnen bis zum kommenden Morgen. Man weiss ja nie, wer oder was sich ins Camp verirrtJ Die Geraeuschkulise danach kann ich nicht in Worte fassen, einfach Afrika.
Wenige Stunden spaeter, das fruehe Aufstehen ist man inzwischen fast gewoehnt, ging’s auf zum Morning drive. Auch hier wieder die Highlights kurz aufgezaehlt. Morgentliche Stimmung, Loewenfamilie auf einem grossen Fels und das Highlight schlecht hin!!! Wir haben eine Gepardin mit ihren vier Halbstarken live bei der Jagd erlebt. Erst hat sie unsere Autos als Dekung verwendet und ist kurz danach in vollem Sprint auf die „wartenden“ Gazellen los und hat sich eine geschnappt. Sowas kennt man eigentlich nur ausm TV und wir waren live dabei. Selbst unser Guide meinte, dass er sowas noch nicht miterlebt habe! Genial und so schnell, die Geparden! Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich sicherlich an die 30 Autos versammelt und im Moment in dem die Gazelle am Boden war sind ploetzlich alle losgerast um moeglichst nahe an den Kill zu kommen. Dort konnten wir dann aus nichtmal 5 Meter bestaunen, wie erst die vier Jungen und danach die Mutter fachmaennisch die Gazelle in alle Bestandteile zerlegt haben. So macht das ein Metzger also!

Den Rest des Tages haben wir mit dem Abbauen unserer Zelte und der Rueckfahrt zum Krater verbracht, denn der kommende Tag war dem Ngorongorokrater gewidmet. Gecampt haben wir in dieser Nacht am Rand des Kraters mit Blick in die 600m tieferliegende Ebene. Der Krater entstand vor einigen tausend Jahren durch eine Explosion des hier stehenden Vulkans. Forscher behaupten, dass dieser Volkan ursprueglich hoeher war, als Kili jetzt, also ueber 6000m. Der heutige Kraterrand liegt immer noch auf 3000m! Auch dieser campground war nicht umzaeunt, was uns am kommenden Tag den Besuch eines Elefanten beschert hat ;-) Wir hatten mit unseren Guids ausgemacht, dass wir die ersten im Krater sein wollen, ergo hiess es mal wieder nach einer ziemlich kalten Nacht um 4.30 Uhr aufstehen, damit es um punkt 5.15 losgehen kann. Und tatsaechlich waren wir das zweite Auto, dass die sehr abenteuerliche Piste in Angriff genommen hat. Im Krater angekommen war erstmal nicht viel zu sehen, denn 25km in der Laenge und aehnliche Breite geben den Tierchen ziemlich viel Platz sich zu verstecken. Doch mit steigender Sonne konnten wir die grossen Herden an Gnu’s und Elefanten gut erkennen und wurden durch die anderen Autos regelmaessig zu Loewen etc. gelotst. So haben wir einen jungen Loewen beim fressen beobachtet, eine Loewenmutter, die fast vor unseren Augen ein Gnubaby erlegt haette. Doch leider hat das Gnu Sekunden vor dem Angriff etwas gerochen. Trotzdem, was eine Spannung, wenn man sieht, wie sich die Loewin anschleicht und die Augen nicht eine Sekunde von ihrer Beute laesst. Achja, und natuerlich das Rudel, dass in der Nacht einen Bueffel erlegt hatte, 2-3 Monate junge Babies dabei hatte und sich die Safariautos als Schattenspender zum Verdauungsschlaf aussuchte. Wieder ein faszinierender Tag in der Wildniss Afrikas!

Wer mitgezaehlt hatte muesste bemerkt haben, dass heute der 24.12. ist! Nach unserer Rueckkehr nach Arusha wurde Heilig Abend also festlich und exzessiv in der Bar mit sehr vielen Einheimischen gefeiert. Weihnachten mal ganz anders als zuhause, aber auch lustig! Der 1. und 2. Weihnachtsfeiertag ist relativ schnell erzaehlt, da wir fast ausschliesslich auf der Strasse nach Dar es Salam unterwegs waren und mitten im Nichts uebernachteten. Dafuer wurden wir aber mit zwei extra Naechten auf Zanzibar belohnt, die so im Reiseplan eigentlich gar nicht vorgesehen waren. Am 26. ging es daher mit der Faehre rueber nach Zanzibar, auch bekannt als Spice Island (Gewuerzinsel). Dort haben wir die ersten beiden Tage im Norden am Strand verbracht. Faul rumliegen, Tauchen, Essen, Strandspaziergang, etc. Eben alles was man so an karibischen Straenden machtJ Nur eines hatte sich zum Festland dramatisch geaendert, das Klima! War es in Ausha noch warm bis heiss, aber trocken. Spaetestens ab Dar es Salam war es kaum mehr auszuhalten. 30 – 35 Grad und 70-80% Luftfeuchtigkeit machen selbst die kleinste Bewegung zur sportlichen Hoechstleistung und jeder ach so kleinste Ventilator wird dankend angenommen, besonders nachts!

Viel zu schnell war die reine Strandzeit wieder vorbei uns wir sind zurueck nach Stone Town, der Hauptstadt Zanzibars gefahren. Fuer alle, die sich wundern wieso „Hauptstadt“. Tanzania heisst erst seit 1964 so und setzt sich zusammen ausTANgjanika (das Festland), ZANzibar (die Inseln) und AzanIA (arabische Bezeichnung fuer die Region). Diese Stadt ist gepraegt durch portugisische und arabische Einfluesse und besteht aus einem massiven Wir-war aus kleinen Gassen und Straesschen, die die gesamte Altstadt durchziehen. Von hier aus haben wir zum einen natuerlich die Stadt und die Restaurants mit ihren Fischspezialitaeten erkundet, zum anderen aber auch drei Ausfluege gemacht. Eine obligatorische Spicetour zum Erkunden der im Inland gelegenen Plantagen durfte nicht fehlen. Wer weiss schon, was Zimt wirklich ist (Die Rinde des Zimtbaumes) oder wie viele andere Gewuerze im Original aussehen? Sehr interessant. Im Anschluss sind ein paar Leute nach Prison Island geschippert, um zu schnorcheln und die gigantischen Schildkroeten zu besuchen. Und am kommenden Tag ging es noch zum Schwimmen mit Delfinen sowie dem Besuch des Regen- und Mangovenwaldes an die Suedspitze der Insel.

Leider gingen die knapp 5 Tage viel zu schnell zu Ende und so spaltete sich die Gruppe am 31. auf in die, die noch laenger auf Zanzibar blieben und uns, die den normalen Verlauf zurueck nach Nairobi mit dem Truck machten. Ich habe also folglich Sylvester nicht auf Zanzibar verbracht, dafuer aber an einem Strand noerdlich von Dar mit knapp 30 Grad warmen Wasser. Wer von euch war nachts um ) Uhr denn schonmal schwimmen? :-)

Die letzten beiden Tage verbrachten wir dann ausschliesslich auf der Strasse. Neujahr knappe 700 km bzw. 12 Stunden nach Arusha und am 2. weitere 7 Stunden bzw. 350km zurueck nach Nairobi. Wenigstens hat sich auf dem letzten Abschnitt Mt. Kili nochmal ohne eine Wolke gezeigt!

Was ein Urlaub. Auch hier kann ich nur empfehlen diese, oder eine aehnliche Tour selber zu machen. Man lernt viele Leute kennen, ist relativ preiswert unterwegs und bekommt Ostafrika pur zu sehen. Der groesste Unterschied zu Suedafrika ist eigentlich, dass keiner der Nationalparks umzaeunt ist. D.h. dass die Tiere frei wandern koennen und man auch ausserhalb der Parks ploetzlich auf Giraffen, Elefanten oder ander Tiere stoest. Das gibt einem noch mehr das Gefuehl, dass man wirklich in mitten Afrikas ist.

Gruesse aus Afrika
Euer Ranger


PS: Bilder wie immer im Onlinealbum

3 Kommentare:

Änk hat gesagt…

Simaen, ois fit? Hier alles bestens. Ausser die Aussicht auf Kaelte, das laehmt... im Moment haben wir naemlich 43 Grad. Das ist ganz schoen viel.
So. Nun zu Deiner Frage: ich bin vom 5.2.-13.2. dort. Und du? Waer schoen, wenns klappt mit Kaeffchen.
Sonnige Gruesse und bis bald!
Aenk.

Änk hat gesagt…

Habe jetzt erst deinen Bericht gelesen. Wow! (perfekt fuer die Wartezeit auf Anschlussfluege). Hoffe, Du bist gut wieder in SA gelandet und bin gespannt auf weitere Geschichten, wenn wir uns allemann in Minga treffen. Cheerio, Aenk aus Singapur.

Tobi hat gesagt…

Hallo Ranger!
Das hört sich ja mal nach einem tollen Urlaub an. ICh hoffe auf spannende Berichte und ne Menge dt. Bierchen in München.
Grüße von den Reisfanatikern
Tobi